Tanja

Schon zu Beginn meiner Schwangerschaft habe ich mit möglichen Alternativen zu einer Geburt im Krankenhaus auseinandergesetzt, da mir eine selbstbestimmte und natürliche Geburt ohne Medikamente oder Hilfsmittel von großer Bedeutung war. Ich hatte zuvor von etlichen negativen Geburtsberichten in Krankenhäusern gehört und wollte solch eine Erfahrung nach Möglichkeit vermeiden.

Mein Mann stand meiner Idee unsere Tochter im Geburtshaus zu bekommen am Anfang eher skeptisch gegenüber, da er Bedenken vor möglichen Komplikationen während der Geburt hatte. Um ihn von meiner Idee zu überzeugen, besuchten wir relativ frühzeitig einen Infoabend im Geburtshaus. Aus seiner anfänglichen Skepsis entwickelte sich danach schnell Zuspruch und Zuversicht und er unterstützte mich bei meinem Vorhaben. Bei dem ersten Aufklärungsgespräch erfuhren wir jedoch, dass wir nur auf der Warteliste standen, da die anderen Plätze bereits alle vergeben waren. Dies entmutigte mich jedoch nicht, meine Entscheidung weiter zu verfolgen.

Auch wurde ich durch das negative Verhalten meiner Frauenärztin bestärkt eine Geburt ohne ärztliche Hilfe durchführen zu wollen, sondern nur mithilfe von Hebammen. Die Vorsorgetermine im Geburtshaus waren jedesmal ein kleines Highlight. Jeder Besuch bestärkte meine Entscheidung und ich war voller Vorfreude auf die Geburt. Eine feste Zusage für die Geburt im Geburtshaus bekamen wir allerdings erst zwei Wochen vor dem errechneten Termin.

Der Entbindungstermin rückte immer näher und wir fragten uns, wann sich unsere Tochter nun auf den Weg machen möchte. Wir waren überzeugt davon, dass sie sehr wahrscheinlich nur wenige Tage vor oder nach dem errechneten Termin zu Welt kommen wollte und waren uns sehr sicher, dass sie nicht am eigentlichen Termin auf den Weg macht. Am Tag vor dem Geburtstermin hatte mein Mann einen freien Arbeitstag und wir verbrachten schöne Stunden am Main und in der Stadt. Mein Mann nutzte die Gelegenheit noch einige Fotos von mir und meinem Babybauch zu machen; in den Monaten zuvor hatten wir dazu nur wenige Gelegenheiten. Als wir dann abends nach Hause kamen und zu Abend aßen, fing es auf einmal an in meinem Bauch zu zwicken, nicht wirklich schmerzhaft, aber komisch und neu. Ich blieb erstmal ruhig und wartete ab. Das Zwicken wurde regelmäßig und ich begann zu begreifen, dass es sich um Wehen handeln könnte, schließlich waren es nur wenige Stunden bis zum errechneten Entbindungstermin. Wir beobachteten weiter und die Abstände der Wehen wurden immer kürzer und intensiver, aber noch nicht extrem schmerzhaft. Gegen Mitternacht riefen wir im Geburtshaus an, da die Abstände der Wehen immer kürzer wurden. Nora beruhigte uns zunächst und riet uns weiterhin abzuwarten, ein kleines Bad in der Wanne zu nehmen und zu beobachten. Gegen 5 Uhr morgens machten wir uns dann auf den Weg ins Geburtshaus. Nora war bereits da, begrüßte uns freudig und schloss mich gleich ans CTG an. Leider hatte sich noch nicht viel getan; der Muttermund war erst 2 cm geöffnet und somit entschieden wir uns dazu nochmal einen ausgiebigen Spaziergang zu machen. Nach zwei Stunden kamen wir wieder zurück, jedoch hatte sich immer noch nicht viel getan und wir wollten nochmal nach Hause fahren, um auch ein bisschen Schlaf finden zu können, da wir bereits die ganze Nacht wach waren.

Gegen 11 Uhr wurden die Schmerzen immer heftiger und Abstände immer kürzer, mein Mann rief daraufhin wieder im Geburtshaus an und wir machten uns wieder auf den Weg. Die Fahrt dorthin war sehr unangenehm, da ich mich nicht bewegen konnte und die Schmerzen mittlerweile schrecklich waren. Im Geburtshaus angekommen begrüßte uns auch gleich Theresa und untersuchte mich. Ein Glück, meiner Körper hatte ganze Arbeit geleistet und der Muttermund war nun schon 7 cm geöffnet. Nun ging es zum Endspurt und nach zwei Stunden konnten wir voller Glück und völlig überwältigt unsere kleine Tochter in den Armen halten. Nachdem Ute die kleine Maus untersucht hat und wir unseren Neuankömmling ausgiebig begutachtet und mit ihr gekuschelt hatten sind wir gegen abends nach Hause gefahren. Die erste Nacht zu Dritt wird uns ewig in Erinnerung bleiben, da sie so unglaublich schön und aufregend war.

Bis heute denke ich sehr gerne an den Tag der Geburt zurück, da ich mir immer solch eine selbstbestimmte Geburt gewünscht hatte. Unsere Tochter kam ohne Stress und Medikamente ganz entspannt zur Welt und ist mittlerweile ein richtig kleiner Sonnenschein.

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Vivian

Dass ich schwanger wurde, war überhaupt nicht geplant. Trotzdem wusste ich im gleichen Atemzug, mit dem ich das positive Testergebnis erfuhr, dass ich dieses zwar nicht geplante, aber trotzdem sofort gewollte, Kind ambulant zur Welt bringen wollte.  Für mich waren Geburten im Krankenhaus schon immer etwas Merkwürdiges. Natürlich danke ich der modernen Medizin dafür, dass bei komplikationsreichen Geburten die Sterblichkeit von Mutter und Kind massiv zurückgegangen ist – aber muss direkt bei einer der instinktivsten Dinge, die wir als Menschen je tun werden, immer damit gerechnet werden, dass etwas schief gehen kann? Und warum um alles in der Welt sollte ich in einem Krankenhaus sein, wenn ich gerade das pure Leben geboren habe und ich den Umständen entsprechend wohlauf bin und diese magischen ersten Tage an einem so ungemütlichen Ort verbringen (wo zudem noch das Essen scheußlich ist)?

Hinzu kommt bei mir: meine Mutter hatte mich damals 1993 auch ambulant nach Léboyer zur Welt gebracht. Sie hatte damals quasi keine Unterstützung in ihrer Entscheidung, da sie alle für verrückt erklärten. Ich bin ihr aber so dankbar, dass sie es gemacht hat: die Gefühle an meine eigene Geburt sind warm und geborgen und ich glaube, dass das tatsächlich mein ganzes Leben sehr geprägt hat.

Am Tag nachdem ich wusste, dass ich schwanger war, rief ich im Geburtshaus an und machte einen Termin zur Vorsorge aus. Das war alles nicht ganz einfach, da ich noch in Berlin lebte, während mein Verlobter drauf und dran war, eine Stelle in Frankfurt anzutreten. Die Entscheidung für uns war klar: wir ziehen gemeinsam sobald wie möglich nach Frankfurt und die Vorsorgen würde ich bis dahin auch dort machen (die Vorsorge bei meinem Berliner Gynäkologen waren recht ernüchternd – das erste, was mir in die Hand gedrückt wurde, war ein 120-seitiges Dokument voll von Risiken und Komplikationen). Das Geburtshaus war sehr kooperativ bei der Terminfindung, denn es war für das Team weiß Gott nicht einfach, die wenigen Tage, an denen ich da sein konnte, abzupassen. Nachdem Frau Bräutigam uns sagte, dass wir auf der Liste stünden, fiel mir ein großer Stein vom Herzen. Von diesem Moment an war ich sehr entspannt, da ich keine Angst mehr hatte, doch im Krankenhaus gebären zu müssen (tatsächlich war ich zu Beginn der Schwangerschaft im unklaren darüber, wie schwer es ist, einen Platz zu bekommen).

Die Vorsorgen waren allesamt großartig. Wenn ich nur einmal auch nur mit einem Quäntchen Unsicherheit zu einem Termin kam, so waren danach alle Sorgen wie weggewischt. Auch Bastian gefiel es sehr gut und er freute sich jedes Mal auf die Termine: „So schön, dass sich auch mal nach mir erkundigt wird!“

Bis auf die Ultraschalltermine nahm ich alle Vorsorgetermine im Geburtshaus und bei meiner Nachsorgehebamme wahr – und hatte während der gesamten Schwangerschaft nie richtig Angst vor dem Geburtsereignis.

Im Prinzip konnten wir es dann kaum erwarten. Der 28. Oktober war der erste Tag, an dem im Geburtshaus hätten gebären dürfen und wir läuteten ihn mit einem Freudentanz ein. Erstens, da unsere Tochter nun sicher keine Frühgeburt sein würde und zweitens, weil die Möglichkeit der Geburt im Geburtshaus immer wahrscheinlicher wurde.

Am Montag und genau eine Woche vor dem Geburtstermin hatte ich dann nochmal meine letzte reguläre Vorsorge und lernte Hebamme Theresa kennen, die letzte, die mir noch gefehlt hatte. Wie nach allen anderen ging ich beschwingt aus dem Gespräch hinaus. Sie war mit mir noch einmal alles durchgegangen und besprach noch einmal meine Ängste und Unsicherheiten in der Organisation (Wann funken wir? Wie lange habe ich nach einem Blasensprung Zeit, um das Kind zu gebären, bevor ich verlegt werde?).

Vorwehen hatte ich schon eine Woche gehabt, bevor es am Donnerstag Abend dann das erste Mal ernster wurde. In der Nacht konnte ich das erste Mal von den Wehen nicht mehr richtig schlafen und am nächsten Morgen waren sie dann da: regulär wiederkehrende Wehen. Bastian gab auf der Arbeit Bescheid und bereitete sich auf seine Art auf das anstehende Ereignis vor, indem er die ganze Wohnung penibel putzte und den Kühlschrank mit Essen vollmachte. Wir beschlossen, das Mittagessen abzuwarten und danach mal zu funken. Wir wohnen nur 10 Minuten entfernt und bevor das Wochenende losging, könnte die diensthabende Hebamme ja schon einmal nachschauen, ob sie sich nicht besser noch einmal hinlegen sollte.

Tatsächlich erreichten wir Theresa und kurz darauf trafen wir uns mit ihr im Geburtshaus. Der Befund war ein fingerbreit geöffneter Muttermund. So gingen wir noch einmal heim – aber zuhause ging es dann nach einem Lavendelbad richtig los. Die Wehen wurden stärker und um 19 Uhr platzte die Fruchtblase.

Um 19.30 trafen wir dann erneut Theresa im Geburtshaus, die dann sofort nach Ankunft das erste und letzte CTG meiner Schwangerschaft vornahm. Meine Wehen waren mittlerweile wieder schwächer geworden und der Muttermundbefund war auch noch der gleiche. Theresa bot mir ein weiteres Bad an, zuvor wollte ich aber noch einen Einlauf haben. Die Wehen wurden wieder stärker, aber Bastian war immer genau mit dem zur Stelle, was ich in den Momenten brauchte. Theresa hielt sich galant im Hintergrund und bat uns, einfach nach ihr zu klingeln, falls etwas sei. Ansonsten kam sie in regelmäßigen Abständen, um nach den Herztönen zu hören und um auch sonst zu überprüfen, dass alles bei uns in Ordnung sei.

Kurz vor Mitternacht war der Muttermundsbefund weiterhin unverändert. In diesem Moment sah ich mich schon in mit einer PDA im Krankenhaus liegen – ich hatte schon so viele Stunden Wehen gehabt, war mittlerweile todmüde und es war noch nichts passiert?

Nun kam Theresas große Stunde: sie überredete mich, schmerzerleichternde Dinge auszuprobieren. Ich bekam zwei Zäpfchen, ein Gerät auf den Rücken und die Aufforderung, mich zu entspannen. Raus aus meinen verkopften Gedanken und hinein in meinen Unterleib. Bastian tat weiterhin sein bestes und massierte mich und tatsächlich: in den 2-3 minütigen Wehenpausen konnte ich schlafen.

Gegen ca. 2 Uhr dann ein neuer Muttermundsbefund: 3-4 cm. Obwohl es ja offensichtlich voran ging, war ich von dieser Nachricht trotzdem ernüchternd: wie viele Stunden würde ich das noch aushalten? Wann würden meine Kräfte nachlassen? Zu diesem Zeitpunkt entleerte sich mein Körper das letzte Mal und Theresa sagte mir immer und immer wieder, dass das alles gut aussieht – dass ich durchhalten sollte.

Beflügelt davon fühlte ich mich plötzlich energiegeladen – und vernahm den Wunsch, zu pressen. Theresa begleitete mich auf die Toilette, sagte mir aber schon, dass das auch das Köpfchen sein könnte. Und tatsächlich konnten wir schnell bald beste Anzeichen dafür sehen, dass sich der Muttermund weiter öffnete. Theresa sagte zu Bastian: „Mach schon einmal die roten Handtücher bereit!“. Ich war auf der einen Seite total froh, als ich das hörte, auf der anderen Seite aber auch geschockt, wie schnell es plötzlich gehen sollte.

Im nächsten Moment saß ich im Vierfüßlerstand auf dem Bett, die Arme in der Hängematte und Theresa leitete mich perfekt an, wann ich wie atmen und pressen (oder auch nicht) sollte und versicherte mich immer wieder, dass ich das großartig machen würde. Es war wie verrückt: obwohl sie mir sichtlich half, war sie gefühlt gar nicht da beziehungsweise griff nicht in das Geschehen ein. Zwischendurch überprüfte sie immer wieder behutsam den Herzschlag des Kindes und ab und zu den Muttermund, bis es irgendwann hieß: fast vollständig eröffnet. Nun durfte ich endlich richtig pressen, Theresa sagte mir, dass sie schon das Köpfchen fühlte und ermutigte mich immer wieder. Sie bot mir an, einen meiner Beine nach vorne zu stellen und half mir schließlich dabei, in diese Position zu kommen. Es wurde heiß, Flüssigkeiten schwappten aus mir heraus, ich presste, schrie, riss mir mein Nachthemd vom Leib, stellte mich hin – und plötzlich ein Kinderschrei und Theresa hielt unsere gesunde Tochter in der Hand.

Obwohl es sich bestimmt nur um Sekunden handelte, fühlte es sich für mich an wie eine halbe Minute, in der Bastian und ich völlig ergriffen dieses kleine Wesen anstarrten. Aus unserer Trance riss uns nur Theresa, die fragte, ob wir das Kind nicht in den Arm nehmen wollten. Natürlich wollten wir das – und so legten wir uns gemeinsam auf das Bett, Theresa beseitigte das Gröbste, das Kind wurde in zwei Handtücher gewickelt und mir auf den Bauch gelegt und eine Decke drüber. Neben mir Bastan und wir nahmen Kontakt zu der neuen Erdenbürgerin auf.

Fünf Minuten später, um 4:10, traf dann die zweite Hebamme Katharina ein – die Austreibungsphase war im Endeffekt so schnell gegangen, dass sie die eigentliche Geburt verpasste. So war sie aber zur Stelle, um mit Theresa das Notwendigste sauber zu machen, bevor sie uns dann zu dritt alleine ließen. Wir sollten einfach klingeln, wenn es Probleme gab oder die Nachgeburt anstand.

Das waren so wunderschöne Minuten. Wir zu dritt in diesem Zimmer mit dem gedämpften Licht, völlig ergriffen von diesem Naturereignis. Unsere Tochter schaute uns an (und schrie) und wir mussten uns um nichts kümmern.

Nach ca. 10-15 Minuten kamen die Hebammen dann zurück und Theresa half mir bei der Nachgeburt. Dann bekam Lotte noch einmal die Chance, etwas Kolostrum zu trinken, bevor Katharina und Bastian mit ihr die U1 machten und Theresa meine Wunden versorgte – mit wahrlich viel Respekt vor meinem intimen Körperbereich. Während das Kind angezogen wurde, half Theresa mir beim Duschen. Danach hieß es wieder: Kuscheln zu dritt. Ganz entspannt fragten uns die Hebammen, wann wir denn ein Taxi haben wollten. 7 Uhr erschien uns eine gute Uhrzeit und so fuhren wir im goldenen Licht des Sonnenaufgangs an einem ruhigen Samstagmorgen langsam nach Hause.

Unser Zuhause, das liegt im 4. Stock (Altbau) ohne Aufzug. Auch wenn mir alle gesagt haben, dass ich das niemals schaffen würde: es geht! Oben angekommen legten wir uns sofort ins Bett und kuschelten und schliefen für ein paar Stunden.

Was für schöne erste Tage wir verbracht haben! Einmal am Tag der Service eines Hausbesuches der Nachsorgehebamme, die bei allen Problemen und Schwierigkeiten helfen konnte und ansonsten die Ruhe und Geborgenheit der eigenen vier Wände. In unserem Fall lief ja alles gut und so konnten wir uns entspannen und das genießen – ohne Angst gemacht zu bekommen. Ich kann gar nicht beschreiben, wie schön das für uns war.

Vor allem, da ich an meinem dritten Wochenbetttag noch einmal den Kontrast zum Krankenhaus hatte: auf Grund der Rhesusfaktor-Unverträglichkeit brauchte ich noch dringend die Anti-D Spritze. Da alle Arztpraxen nach Befund schon geschlossen hatten, mussten wir auf eine gynäkologische Station, wo mir auf der Wochenbettstation eine Schwester den Wirkstoff spritze. Bastian und ich waren nach diesem kurzen Intermezzo wie geschockt und noch einmal mehr dankbar, dass wir durch die ambulante Geburt und dadurch, dass alles so gut lief, nicht in dieser Umgebung sein mussten.

Wir danken dem Geburtshaus für die großartige Arbeit und hoffen, dass möglichst vielen Frauen auch in Zukunft eine solche selbstbestimmte – und dennoch absolut fachmännisch betreute – Geburt ermöglicht werden kann.

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Christian

Es ist Mittwoch, der 14.03.2018. Sabrina sagt mir früh abends, dass sie ziehen im Bauch hat. Das hat sie natürlich auch schon mal an anderen Tagen erwähnt, aber das Ziehen hielt jetzt länger an. Gedacht haben wir uns beide dabei aber gar nichts, weil wir genau heute Mittag zufällig erst im Geburtshaus zur Vorsorge waren, wo uns Hebamme Marion versicherte, dass es sicher noch ein paar Tage dauern wird. Wir dachten das auch. Heute sind wir genau am errechneten Termin. Und wenn ich nun von Wellen schreibe, meine ich damit Wehen.

Erstmal Abendessen

Es gab also Abendessen und ich vergaß ihr ziehen etwas, weil sie es auch nicht mehr so erwähnte. Das war das letzte Foto, wo wir noch keinen blassen Schimmer hatten. Das Ziehen wurde danach stärker, aber es war kein Rhythmus oder eine Wellenform erkennbar und deshalb ging sie gegen 22 Uhr erstmal in die Badewanne. In der Wanne war es entspannter, aber danach wurde das Ziehen dafür stärker. Ich habe das alles allgemein “an Ihr” nicht bemerkt, Sie war außer dass Sie es manchmal erwähnte ganz normal, kein Festhalten, Krümmen oder Schnaufen.

Es war mittlerweile kurz nach Mitternacht. Wir waren müde und wollten jetzt eigentlich normal zu Bett gehen. Aber sie meinte, sie könne mit dem Ziehen nicht schlafen. Wir warteten etwas und riefen im Geburtshaus die Bereitschaftsnummer an. So langsam ahnten wir jetzt wohl etwas. Marion rief kurz später zurück, sie hatte auch Bereitschaft. Sabrina bat mich dran zu gehen, denn es wurde jetzt zunehmends schwieriger zu laufen oder sprechen. Natürlich wollte Marion aber Sabrina sprechen. Ich verstand das jedoch nicht, konnte ich Ihr doch die Situation auch schildern. Ich gab den Hörer weiter ins Nachbarzimmer und ging zurück ins Büro. Nach gefühlten 3 Sätzen kam Sabrina zurück und meinte, Marion will sich mit uns im Geburtshaus um 2 Uhr treffen. Ich glaube jetzt waren wir beide etwas geschockt. Sollte es jetzt etwa schon losgehen? So hatte ich mir das irgendwie nicht vorgestellt.

Natürlich haben wir nicht damit gerechnet und ich begann hektisch, noch fehlende Dinge unserer provisorischen Packliste zu suchen. Ich hatte dazu gefühlt 5 min (es waren vielleicht 20) und das Auto war vollgestopft mit Taschen. Es war das erste Mal, wo man bewusst den MaxiCosi mitnahm. Wir fuhren los und fühlten uns etwas berauscht im Auto, alles etwas unwahr. Für sie war Sitzen jetzt sehr unbequem und wir überlegten daher, immer mal anzuhalten. Stattdessen fuhr ich einfach schneller. Zum Glück ist ja nachts nicht viel los von Richtung Bad Vilbel nach Frankfurt.

Ich stützte sie beim reingehen, Marion war schon da. Einige Beutel ließ ich vor unserm Raum, der Rest kam mit rein. Es war völlig egal, was worin war und wir brauchten erstmal nix davon. Im Flur traf ich Einen aus unserem Vorbereitungskurs wieder, sie hatten den Nebenraum auch vor 20min. “betreten”. Die ersten Stunden hatte Sabrina Wellen am laufenden Band und ohne wirkliche Pausen. Das war anstrengend, besonders für sie natürlich und es ging nicht wirklich voran. Erst 3 Globuli verhalfen wie ein Wundermittel in einen klaren Wellen-Pausen-Rhythmus. Trotzdem waren wir erst ganz am Anfang. Im Nachbarzimmer hingegen hörte man immer lautere Wellen und etwas später war deren Baby da. Wir haben immer versucht, uns nur auf uns zu konzentrieren und das klappte im Prinzip auch. Aber natürlich dachte ich “das kann jetzt nicht wahr sein” - sagte es nur nicht. Gefühlt kurz darauf war es leise nebenan und der Raum wurde leer. Ich nehme jetzt mal vorweg, dass wir später erfuhren, dass sie nebenan bereits die ganzen Tage vorher immer wieder starke Wellen hatte und sie somit “lange” warten mussten, bis deren Tag dann kam.

Ich war nun zugegeben deprimiert und etwas später begannen draußen leise die Vögel zu zwitschern. Ein bisschen redete ich mir ein, bei uns könnte es ja auch bald soweit sein. Aber wirklich schlimm war das überhaupt nicht, denn ich hatte in der Situation echt Durchhaltevermögen. Die Stunden verstrichen, man merkt das aber nicht wie man es sonst würde. Es ging immer noch eher langsam voran, Stückchen-für-Stückchen, obwohl sie sich sehr anstrengte. Sie machte das wirklich toll, ich war sehr stolz auf sie, aber hatte auch mal bedenken, dass sie “ich kann nicht mehr” sagen könnte. Ich konnte sie das ja nicht fragen und musste ihrer Kraft einfach vertrauen (diese Kraft war bis zum Schluss wirklich unfassbar groß!). Morgens gegen 8 Uhr kam Marions Nachfolgerin Katharina mit einer weiteren in Ausbildung für den Tagdienst. Eine Stunde waren sie bestimmt zusammen bei uns.

Gegen 13 Uhr war der Muttermund vollständig. Wir waren erfreut und ich etwas erleichtert. Immer wieder wechselten wir die Stellung oder sie sollte einfach etwas hin und her laufen. Das beides wurde immer effektiver, sodass bald ein Aufstehen und zwei langsame Schritte direkte starke Wellen zur Folge hatte. Gegen 16 Uhr holte sie die zweite Hebamme, ein Zeichen, dass wir richtung Finale sind. Sie war zum Schluss in der klassischen Stellung auf dem Rücken liegend, nur seitlich gedreht. Ich sage jetzt Römer- oder “Cleopatra-Stellung” dazu. Ich lag neben ihr auf dem Bett, Katharina kniete auf dem Bett unter ihr und hielt bei Wellen manchmal Ihre beiden Hände kräftig und beide zogen wie beim Tauziehen. Irgendwann konnte sie den “Deckel” des kleinen Kopfs sehen, ich schaute und sie nahm Sabrina Hand und lies sie fühlen. Sie war beeindruckt. Man konnte dunkle kurze nasse Kopfhaare sehen, vom Muster wie aufgerissene trockene Erde in der Wüste. Es dauerte noch ein paar Wellen bis der Kopf geboren war. Als der Kopf sich daraufhin zu mir drehte, war ich überwältigt, diesen neuen Menschen endlich zum ersten Mal direkt zu sehen nach so langer Zeit und sagte nur total gerührt “Sie ist so hübsch!” und fing dabei an zu weinen. Wir erinnern uns noch immer genau an diesen Moment. Ich legte mich wieder hin und mich überströmten neue Gefühle. Sabrina konnte durchatmen und konnte durch relativ leichtes Schieben unser Baby gebären und ich spürte, wie das ganze Bett plötzlich warm und nass wurde. Blut habe ich keins gesehen. Die Hebamme hat Klara direkt auf Sabrinas Bauch gelegt und wir beide fassten sie an. Alle Anspannung fiel von uns und wir lagen sofort entspannt wie eine neue kleine Familie im Bett, als wären wir gerade aus der Badewanne gestiegen. Klara hat uns direkt mit offenen Augen angeschaut und wir haben eng gekuschelt. Sie hat dann kurz geweint und nahm direkt die Brust und begann zu trinken, als hätte sie vorher genau geübt, wie das geht. Rückblickend war der Schluss deutlich leichter und schneller als der Anfang.

An dieser Stelle ist es längst überfällig, dass ich erwähne, dass alle Hebammen einen wundervollen Dienst erwiesen haben. Im Besonderen haben wir das von Katharina gespürt, schließlich war sie die Hauptzeit da. Wie fürsorglich und pausenlos sie uns zur Seite stand und dabei nie aufdringlich war. Sie war perfekt. Wir haben verstanden, warum eine Hebamme bei der Geburt gebraucht wird und nicht ein Arzt. Im Geburtshaus haben wir uns stets wohl und fast wie Zuhause gefühlt.

Jedenfalls nahm ich Klara dann, setzte mich in einen Sessel und Sabrina konnte versorgt werden. Ich rief meinen Vater an und sagte “Das Baby ist da!” und meine Eltern kamen uns abholen. Gefühlte zwei Stunden -es waren aber vier- nach der Geburt verließen wir entspannt das Geburtshaus und fuhren glücklich nach Hause.

Wir hatten alles dabei

Aber eigentlich nichts davon gebraucht. Zwischendurch war ich mal pinkeln. Wir haben regelmäßig getrunken und etwas Obst gegessen. Außer den Raum und übliches wie Handtücher und die Hebamme brauchten wir sonst nichts weiter. Später erzählte sie mir, dass alles nicht wirklich weh tat und sie eigentlich von Schlimmerem ausgegangen war; es sei nur ein unglaublicher Druck und sehr anstrengend gewesen. Für mich war es auch anstrengend; es war ein unfassbares tolles Erlebnis und besonders im Nachhinein gesehen verging die Zeit sehr schnell.

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Caro

So haben wir uns im Geburtshaus gefühlt.
Von Anfang bis zum Ende. Für uns war es zwar etwas umständlich für die Voruntersuchungen nach Frankfurt zu fahren, da es immerhin eine Stunde entfernt von unserem Wohnort ist, haben es aber sehr gerne in Kauf genommen. Wir wurden gut betreut und haben für diese besondere Zeit die besten Weggefährten gefunden. Bei unserem ersten Kind sind wir in die Klinik gefahren und haben leider nicht gute Erfahrungen machen dürfen. Deswegen waren wir umso glücklicher als wir fest in die Liste im Geburtshaus aufgenommen wurden.
Mit dem Betreten des Geburtshauses kehrte man in eine unfassbar ruhiges Haus. Entschleunigt aus dem Alltag wurde der Fokus auf das Wichtige gelegt. Professionell, individuell und kompetent betreut haben wir uns gefühlt. Bei jeder Hebamme bei der wir waren-

-jede von Ihnen war einfach klasse!

Das brauchten wir auch, denn die Kleine kam erst 14 Tage nach dem geplanten Entbindungstermin. Bis dahin waren wir schon aufgrund unserer privaten/beruflichen Situation etwas angespannt. Aber dann war es so weit.
Die Geburt verlief etwas schnell. Wir waren um 6.00 Uhr im Geburtshaus mit Katharina verabredet und unsere süße Tochter erblickte bereits um 6.36 Uhr die Welt. Es verlief alles wie gewünscht. Danach haben wir Zeit gehabt unser kleines Wunder in den Armen zu halten. Ich konnte mich in Ruhe erholen und nach der liebevollen Versorgung fertig anziehen. Mein Partner hatte noch für Jeden etwas vom Bäcker um die Ecke geholt, so dass wir noch gemeinsam frühstücken konnten bevor wir uns auf den Weg nach Hause machten.
Zurück im Alltag erinnere ich mich sehr gerne an diese besondere Zeit. Wir können es jedem nur empfehlen. Wir sind unfassbar dankbar für diesen tollen Einstieg in ein Familienleben zu Viert.

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Lisanne

Ich habe schon vor meiner Schwangerschaft angefangen mich mit Hebammen, Hypnobirthing und alternativen (die nach meinem Empfinden die Norm sein sollten ;)) Denkmustern zu beschäftigen. Schon zu Beginn der Schwangerschaft ging es mir so gut wie noch nie zuvor und ich sprudelte vor positiver Energie. Das passte so gar nicht zu den vielen Arztterminen, den vielen schlechten Geschichten die man hört und den mitleidigen Blicken während der Frage wie es mir denn so geht. Also war für mich schnell klar, das muss doch alles auch anders gehen. Mein Mann und ich waren zum Infoabend im Geburtshaus und waren beide sofort überzeugt. Er von den Fakten und Statistiken und ich von der Stimmung, der Offenheit und Geborgenheit, die das Haus und die Hebammen ausstrahlten. Leider haben wir dann erfahren, dass es für unseren Geburtszeitraum (Ende September) schon eine Warteliste gibt. Direkt am nächsten Tag habe ich uns draufsetzen lassen. Und ich habe Vorsorgetermine vereinbart, weil ich mich bei meiner Frauenärztin von Anfang an nicht richtig wohl gefühlt habe. Jeder Termin im Geburtshaus war toll, allein die Betreuung in der Schwangerschaft macht einen riesigen Unterschied. Hier wird man nicht komisch angeschaut, wenn man sagt, dass es einem super geht und man sich total wohlfühlt. Hier wird sich Zeit genommen und mir kam es immer wie eine Plauderstunde mit einer guten Freundin vor. Parallel haben wir uns auf die Geburt in einem Krankenhaus vorbereitet, da wir nicht wussten, ob wir den Platz im Geburtshaus bekommen würden. Und gerade als ich alle Laborergebnisse beisammen hatte, die das Krankenhaus verlangt hat kam er, der langersehnte und erhoffte Anruf. Ich war so überwältigt und überglücklich!! Wir waren runter von der Warteliste und unser Baby durfte im Geburtshaus zur Welt kommen! Der Traum wurde greifbarer! Von diesem Zeitpunkt an habe ich alle Vorsorgetermine im Geburtshaus wahrgenommen und bei jedem einzelnen Termin habe ich mich unglaublich wohl gefühlt. Parallel zur Schwangerschaft wurde unser Haus gebaut und wie es der Zufall wollte fiel der Umzug genau auf den errechneten Geburtstermin. Und auch hier hat mir Hebamme Katharina unglaubliche Sicherheit und Ruhe gegeben. Sie sagte mir, dass ich es selbst steuere und das Baby nicht vorher kommt, wenn ich es nicht will. Und so war es. Der Umzug war geschafft und wir wohnten plötzlich in unserem eigenen Haus! Und auch wenn wir immer dachten, dass es danach ganz schnell gehen würde. Unsere Tochter hielt an ihrem eigenen Plan fest. Und die Tage zogen sich. (und alle Umzugskartons waren ausgeräumt und alle Bilder und Vorhänge aufgehängt) So hatten wir zwar die Chance alle Hebammen aus beiden Teams kennenzulernen, weil wir jetzt alle 2 Tage zur Vorsorge im Geburtshaus waren, aber irgendwann verließ uns die Geduld und das Vertrauen in die Natur und wir bekamen Angst, dass wir die Grenze ET+15 erreichen würden und doch in ein Krankenhaus mussten. Auch hier haben uns die Hebammen aufgefangen und uns viel neuen Mut geschenkt. Als unsere Stimmung schließlich trotzdem auf dem Tiefpunkt angekommen war und wir uns damit auseinandersetzen mussten, dass an ET+12 im Geburtshaus ein Einleitungsversuch gemacht werden würde entschied unsere Tochter (oder vielleicht der Vollmond), dass es Zeit ist.

Ich bin um 1 Uhr nachts mit starken Wehen aufgewacht, die alle 3 Minuten kamen. Ich wollte keinesfalls zu früh im Geburtshaus ankommen und die Anfangszeit unbedingt zu Hause verbringen. Das hatte ich mir während der gesamten Bauphase so vorgestellt und gewünscht. Nach einer Stunde Wehen haben wir gefunkt. Lisa hat sich nach der Lage erkundigt und wir haben ihr gesagt, dass wir noch zu Hause bleiben wollen. Die Wehen wurden danach intensiver und die Badewanne brachte keine Entspannung, sodass ich nach einer sehr unbequemen Wehe wieder rausgesprungen bin ;). Ein einziges Mal kam der Moment in dem ich zu meinem Mann gesagt habe ich schaffe das nicht und es ist viel unangenehmer als ich dachte. Und hier konnte ich für mich Hypnobirthing anwenden (den Kurs im Geburtshaus kann ich ebenfalls wärmstens empfehlen) und mein Denken in Vorfreude und Zuversicht umlenken. Eine Stunde nach dem ersten Anruf haben wir Lisa wieder angerufen, weil ich jetzt das Bedürfnis hatte loszufahren. Und vielleicht ebenfalls wegen des Vollmondes, war das Geburtshaus gerade voll ;) auch das konnte mich nicht aus der Ruhe bringen und wir haben uns einfach etwas Zeit gelassen. Im Geburtshaus angekommen mussten wir also erstmal ins Vorsorgezimmer, was überhaupt kein Problem war und mich null gestört hat. Nun sollte das Anfangs-CTG geschrieben werden. Sobald es angeschnallt war und ich wieder aufstehen durfte ist die Fruchtblase mit einem lauten Knall aufgegangen. Und in der direkt darauf folgenden Wehe habe ich einen sehr deutlichen Druck nach unten gespürt. Die anschließende Untersuchung zeigte, dass mein Muttermund vollständig offen ist. Ich hatte es also geschafft nicht zu früh ins Geburtshaus zu fahren :) aber bei der Schnelligkeit muss man jetzt mit dem Kopf erstmal mitkommen. Wir sind dann ins Geburtszimmer gewechselt und eine knappe Stunde später und vier verschiedenen Geburtspositionen war sie da, unsere Lenie Melina. An ET+12, im Geburtshaus! Der Traum ist wahr geworden!

Auch drei Wochen später bin ich noch total überwältigt von unserer ganz einmaligen, perfekten Geburtsgeschichte. Die Betreuung im Geburtshaus hätte nicht besser sein können. Während der intensiven einen Stunde Geburtsarbeit waren zwei Hebammen (Lisa und Katharina), eine Hebammenschülerin (Meike) und allen voran mein Mann in jeder Sekunde für mich da und haben mir immer genau zur richtigen Zeit die Unterstützung gegeben, die ich brauchte. Ohne, dass ich etwas sagen musste, ohne dass wir unsere Geburtswunschliste (die wir fürs Krankenhaus geschrieben hatten) überhaupt rausholen mussten. Die Geburt unserer Tochter hatte alles, was wir uns gewünscht hatten, war total perfekt und doch ganz anders, als wir es uns jemals vorher hätten vorstellen können. Unser Fazit, das Geburtshaus war die perfekte Wahl und wir würden (und werden) uns jederzeit wieder hierfür entscheiden! Und ich habe mir selbst und allen Kritikern bewiesen, eine natürliche Geburt ohne Medikamente, ohne Ärzte und ohne Aufenthalt im Krankenhaus ist möglich! Wieso sollte die Natur auch etwas anderes vorgesehen haben? DANKE an das gesamte Team des Geburtshauses, macht genau so weiter!

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Sarah

Eine Geburt im Krankenhaus kam für mich gar nicht in Frage. Ich hatte sogar Angst davor. Mein erstes Kind ist mit einer Beleghebamme im Krankenhaus zur Welt gekommen. Es war ok, aber kein bisschen selbstbestimmt. Vieles wurde über meinen Kopf hinweg entschieden auch wenn ich es gar nicht wollte. Bei der zweiten Schwangerschaft wusste ich sofort, dass ich ins Geburtshaus möchte.


Ich hatte schon 6 Tage regelmäßige Vorwehen, aber ohne schmerzen. Mittwoch wurden sie dann etwas intensiver, aber erst abends leicht schmerzhaft. Ich habe noch meinen Sohn ins Bett gebracht und musste dann schon leicht veratmen. Wir haben die Hebamme angefunkt und durften losfahren. Um 21:45 Uhr wurden wir von Melanie im Geburtshaus empfangen. Kerzen brannten und es war sehr gemütlich. Ich durfte mir einen Raum aussuchen und es mir im Bett bequem machen. Für 30 Minuten wurde ein CTG geschrieben. Im Liegen war es echt unangenehm und ich musste mich bei jeder Wehe am Tuch festhalten. Zum Ende sprang die Fruchtblase. Ich fand es super das ich selbst entscheiden durfte ob der Muttermund getastet wird oder nicht. Ich wollte es gerne wissen und war bei 4-5cm. Ich war sehr froh als ich endlich aufstehen durfte. Im Liegen konnte ich den Schmerz nicht gut aushalten. Melanie hat mich gefragt ob ich in die Wanne möchte oder irgendwas anderes brauche. Ich konnte da aber schon kaum noch drüber nachdenken, weil die Wehen sehr stark waren. Ich habe mich am Tuch in der Hocke festgehalten. In den sehr kurzen Wehenpausen habe ich mich auf dem Ball abgelegt um kurz zu verschnaufen. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl es ist jemand bei mir, aber ich bzw. mein Körper kann entscheiden was ich möchte und mir guttut. Das war toll! Keiner der mir reinredet ich solle doch im liegen mein Kind gebären.

Die Wehen wurden sehr schnell extrem schmerzhaft und ich musste nach ein paar Minuten schon anfangen zu pressen. Melanie hat mich bestärkt das ich das schaffe und immer die richtigen Worte gefunden. Zwischendurch wurden auch die Herztöne gehört, aber das habe ich kaum mitbekommen. Ich spürte wie der Kopf mit einer Kraft nach unten drückt und Melanie war auch baff, dass es alles plötzlich so schnell ging und meinte das Köpfchen kommt. Sie machte Dammschutz mit einem warmen Waschlappen und gab mir Anweisungen weniger oder nur ganz leicht zu drücken. Dann erklärte sie immer genau was passierte, ein Händchen super, eine Schulter, und dann war es endlich geschafft. 22:44 Uhr. Grade mal eine Stunde von der Ankunft bis zu Geburt. Das war Wahnsinn!

Wir durften uns mit Hautkontakt ins Bett kuscheln. Mein Mann durfte die Nabelschnur durchtrennen und nachdem die Plazenta da war wurden wir für eine ganze weile allein gelassen um zu kuscheln. Dieser Moment war unglaublich schön und intensiv und im Krankenhaus nie möglich gewesen.

Ich wurde noch genäht was überhaupt nicht schlimm war, wurde versorgt und nach 2 Stunden sind wir dann schon wieder nach Hause gefahren.

Ich bin unglaublich glücklich darüber das meine Tochter hier zur Welt kommen durfte. Ich könnte mir keinen besseren Ort vorstellen.

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Jenny

Zwei Mal war ich auf dem Infoabend des Geburtshauses, das erste Mal allein, das zweite Mal mit meinem Freund Marco, und noch immer war ich unentschlossen. Mich faszinierte die Vorstellung, in Wohlfühlatmosphäre, ohne Krankenhausbetten, Ärztekittel und Schmerzmittel die Geburt meiner Tochter zu erleben und doch, hatte ich Zweifel. Am meisten störte mich die Vorstellung, nur wenige Stunden nach Geburt wieder zurück nach Hause zu müssen. Wie soll das denn gehen? Meine Tochter ist doch dann, so kurz nach der Geburt, noch besonders zerbrechlich und hilfsbedürftig. Wie sollen Marco und ich allein zu Hause für sie sorgen, ohne ärztlichen Beistand, ohne Erfahrung. Schließlich ist Malin unser ersteres Kind, das wir erwarteten. Auch die zum Teil kritischen Nachfragen der Familie und Freunde verunsicherten mich. Die Wochen vergingen und ich verzweifelte langsam an der Entscheidung. Erst ein Gespräch mit meiner Hebamme, in dem ich eigentlich mehr redete als sie, brachte mir Gewissheit: Ich will im Geburtshaus Malin gebären und nicht in einer Klinik! Also rief ich im Geburtshaus an, doch dann die Enttäuschung: Warteliste! Ich hatte mir mit der Entscheidung einfach zu viel Zeit gelassen. Trotzdem gab ich die Hoffnung nicht auf und schließlich einige Wochen vor dem errechneten Termin kam dann noch eine Zusage auf einen Platz. Auch alle anderen Zeichen standen gut. Malin und ich schienen rund um gesund und munter zu sein. Einer Geburt im Geburtshaus stand nun nichts mehr im Wege. Trotzdem kamen so kurz vor dem Termin natürlich auch Zweifel, insbesondere, weil um mich herum so viele schlimme Geburtsberichte zu hören waren. Zwar dachte ich mir „irgendwer muss doch auch mal eine „normale Geburt“ erleben“, dennoch plagten mich auch Fragen wie: War es eine gute Entscheidung? Wird alles Problemlos verlaufen? Werden Marco und ich die Tage nach der Geburt gut meistern? Mein Mantra für diese Zeit „Ich bin schwanger – nicht krank. Ich vertraue meinem Körper“. Zudem hatte uns in der Zwischenzeit Melanie aus dem Geburtshaus für die drei Tage nach Geburt als Hebamme zugesagt bevor dann unser eigentliche Wochenbett-Hebamme übernehmen würde, das erleichterte mich ungemein.

Dann war es soweit am errechneten Termin spürte ich zum ersten Mal ein leichtes Ziehen im Bauch. Fühlen sich wohl so Wehen an? Abends dann die Gewissheit, das Ziehen wurde spürbarer und regelmäßiger, aber noch mit sehr langen Pausen dazwischen. Um mich zu beruhigen, setzte ich einen ersten Cityruf ab. Prompt kam Rückmeldung von Theresa. Nach meiner Lagebeschreibung gab Sie den Rat, diese Nacht noch mal so gut es geht auszuruhen. Das tat ich dann auch. Zwar hielten mich die Wehen zu diesem Zeitpunkt schon wach, trotzdem konnte ich im Bett noch gut ruhen, da die Wehen zu dem Zeitpunkt noch nicht wirklich schmerzhaft waren. Am nächsten Tag dann waren die Wehen tagsüber noch sehr unregelmäßig, doch abends wurden die Abstände deutlich kürzer. Nach einem weiteren City-Ruf hatte ich Katharina am Telefon, die mir Tipps zur Entspannung gab und mir versicherte, dass es sich bisher nur um Vorwehen handele. Einige Stunden, zwei weitere Anrufe und zwei Badewannen-Aufenthalte später war für mich klar. Jetzt geht es richtig los. Mittlerweile war es kurz vor Mitternacht. Marco telefonierte nun ein drittes Mal mit Katharina, denn ich konnte schon gar nicht mehr sprechen. Gemeinsam wurde beschlossen, ins Geburtshaus zu fahren. Unsere Kleine schien es plötzlich sehr eilig zu haben und so bekam ich noch bevor das Taxi da war zu Hause die ersten Presswehen. Diese setzten zum Glück während der Taxifahrt aus, doch kaum stieg ich am Geburtshaus angekommen aus dem Taxi, gab es kein Halten mehr. Draußen wartete Sophia, Hebammenschülerin, wir begrüßten uns kurz und ich stolperte die Tür herein. Dann hörte ich Katharina sagen „In welchen Raum möchtest du? Rot oder Grün?“ Zu diesem Zeitpunkt war mir das allerdings schon vollkommen egal. Ich lief in den erst besten Raum, den roten. Katharina prüfte den Muttermund „Vollständig geöffnet“ meinte sie. „Jetzt sind es wahrscheinlich nur noch wenige Presswehen und dann hast du es geschafft“, fügte sie hinzu. Ich konnte kaum glauben, was ich da hörte, war ich doch gerade erst im Geburtshaus angekommen. Doch Katharina hatte Recht behalten, schon 19 Minuten nach unserer Ankunft im Geburtshaus lag unsere kleine Malin vor uns, völlig entspannt, ohne zu schreien und wie aus dem Ei gepellt. Die zweite Hebamme Nora hatte es daher gar nicht mehr rechtzeitig zur Geburt geschafft, aber das machte nichts, denn bei Katharina und Hebammenschülerin Sophia, deren erste miterlebte Geburt es wohl war, wie ich im Nachgang erfuhr, fühlten wir uns rund um gut aufgehoben. Ich hatte dank ihrer professionellen Unterstützung keine nennenswerten Geburtsverletzungen und konnte, fast genau wie ich es mir ausgemalt hatte, im Vierfüßlerstand, eingehängt in die Deckenschlinge, selbstbestimmt gebären. Zu keiner Situation fühlte ich mich übermannt/überfraut, nichts wurde über meinen Kopf hinweg entschieden. Ich fühlte mich jeder Zeit gut informiert darüber, was passierte und hatte das Gefühl Herrin der Lage zu sein. Auch mein Freund Marco wurde gut eingebunden und fühlte sich wohl. Er durfte die Nabelschnur durchschneiden als sie auspulsiert war, bekam Malin auf die nackte Haut, während ich die Nachgeburt gebärte und war dabei, als Nora, die mittlerweile eingetroffen war, die U1 durchführte. Für uns, Marco und mich, war es eine absolute Traumgeburt, wir hätten es uns kaum besser ausmalen können. Nachdem alle Untersuchgen ergaben, dass es uns allen gut ging, durften wir, nur ca. 2,5h nach Eintreffen im Geburtshaus, ein Taxi rufen und heim fahren. Ein unglaubliches Gefühl! Genau das, was mir am Anfang so viel Sorgen gemacht hatte, war Rückblickend betrachtet eines der tollsten Erlebnisse: Wir fuhren mitten in der Nacht noch nach Hause, legten uns zu Dritt in unser heimisches Bett und genossen Haut an Haut in vertrauter Umgebung die ersten Stunden von Malins Leben. Die ersten Tage in gewohntem Umfeld waren perfekt. So gab mir schlussendlich die ambulante Geburt das Gefühl „zu Dritt sind wir stark, wir haben es gut geschafft, dann werden wir auch alles weitere, was so kommt, gut zusammen schaffen“. Danke an das gesamte Geburtshaus-Team, dass ihr uns dieses tolle Geburtserlebnis ermöglicht habt, durch eure Beratung, euer Zuhören und eure guten Tipps, habt ihr einen ganz großen Teil dazu beigetragen.

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Martina

Eine natürliche Geburt in der vertrauten Umgebung eines Geburtshauses – dieser Gedanke gefiel mir. Aber wie stark würden die Schmerzen sein? Eine Geburt ohne PDA – kann ich das schaffen? Trotz der Ängste entschied ich mich dafür. Immer werde ich mit großem Glück an die überwältigend schönen Stunden zurückdenken, in denen sich meine Tochter auf den Weg machte und mein Mann und ich sie schließlich in den Armen halten durften.

Zwei Jahre später war ich erneut schwanger. Dieses Kind wird in Frankfurt zur Welt kommen. Der Umzug war längst geplant. Nach einer kurzen Suche im Internet war schnell klar, dass für uns nur das Geburtshaus Frankfurt in Frage kommt.

Durch den Umzug waren es nur sieben Vorsorgetermine bis zum errechneten Termin dem 29. Juni. „Gar nicht genug, um alle Hebammen kennen zu lernen“, dachte ich. Mir war es doch so wichtig, ein Vertrauensverhältnis zu der Person zu haben, die uns durch die Geburt begleiten wird. Aber dann kam alles ganz anders .…

Zwei Wochen vor der Geburt packte ich die Tasche für die Geburt – Snacks, Musik, bequeme Kleidung .…  Jetzt kann es ja schließlich  ´jeden Moment‘ los gehen. Doch die Tasche stand dann noch 4 Wochen ungenutzt im Schrank. Inzwischen war ich durch die häufigen Vorsorgeuntersuchungen bestens vertraut mit dem gesamten  Team der Hebammen.

Mit zunehmender Überschreitung des errechneten Termins wuchs auch die Unsicherheit. Wann endlich kommt der kleine Bruder? Ob es dem Baby auch wirklich gut geht? Was, wenn ich doch ins Krankenhaus gehen muss, weil ich den 14. Tag überschreite?

Jedes Mal, wenn ich mich von der Vorsorgeuntersuchung auf den Heimweg machte, war ich wieder guter Dinge. Die Hebammen im Geburtshaus würden kein Risiko eingehen, wenn durch das einfache Abwarten das Baby in Gefahr kommt. Gleichzeitig taten sie alles, um die Geburt auf sanfte Weise einzuleiten. Sie erkannten auch, wie stark mich die Warterei emotional mitnahm, trösteten und machten mir Mut.

Dann endlich Wehen. Sie kamen plötzlich und heftig und rissen mich aus dem Schlaf. Mir war sofort klar: „Wir müssen jetzt los!“ – so weckte ich meinen Mann. Er setzte den Funk ab. Keine zwei Minuten später hatten wir Ute am Telefon. Sie drängte uns, uns schnell auf den Weg zu machen.

Während mein Mann die letzten Sachen organisierte, Geburtstasche und Maxi Cosi ins Auto lud, veratmete ich die Wehen. Dank leer gefegter Straßen mitten in der Nacht waren wir eine halbe Stunde später im Geburtshaus. Ich merkte, wie die Wehen immer heftiger und die Abstände immer kürzer wurden, spürte, wie das Köpfchen nach außen drückte. Die letzten Meter übers Kopfsteinpflaster – puh, noch mal tief ausatmen.

Ute war erst kurz vor uns im Geburtshaus eingetroffen, empfing uns an der Tür. Für eine richtige Begrüßung war keine Zeit, wieder überkam mich eine Wehe. Ich hielt mich an der Wand fest. „Mach ruhig langsam“,  riet mir Ute.

Weil ihr direkt klar war, wie weit die Geburt schon vorangeschritten war, machte sie kein CTG, sondern untersuchte mich sofort. „Der Muttermund ist bereits ganz geöffnet.“ Also hatte ich es richtig gespürt. „Kann ich bitte jetzt pressen?“ erwiderte ich.  „Du kannst machen was du willst“, entgegnete Ute „ich rufe jetzt die Jana.“

„Diana“, überlegte ich noch. „Wer soll das denn sein? Habe ich etwa doch nicht alle Hebammen kennen gelernt?“ Aber Zeit zum Nachdenken blieb ohnehin nicht. Ich krallte mich im Vierfüßlerstand ins Stillkissen, schob mit jeder Wehe behutsam das Köpfchen ein Stück weiter nach draußen. Von dem Geschehen um mich herum bekam ich wenig mit.

Von der Erfahrung mit meiner ersten Geburt wusste ich, dass diese heftige Endphase nicht sehr lange dauern wird. „Das kann ich gut aushalten“,  dachte ich, „gleich ist es geschafft.“ Köpfchen und Arme guckten heraus, und schon machte sich unser Sohn mit seinem ersten Schrei bemerkbar. Froh bemerkte ich, wie Ute und ‚Diana‘ schmunzelten. Noch eine Wehe und unser Baby war geboren. Keine halbe Stunde, nachdem Ute uns an der Tür begrüßt hatte.

Zu dritt, mit meinem Sohn auf der Brust, legten wir uns auf das Bett und genossen das unendlich tiefe Glück, diesem Menschen zum ersten Mal in die Augen zu blicken.

Nach einer Weile schauten die beiden Hebammen nach uns. Erst jetzt wurde mir klar, wer mir die ganze Zeit Mut zugesprochen und mich bei der Geburt massiert hatte: „Ach, die Jana, wie schön, dass sie es war.“

Die zwei oder drei Stunden, die wir dann noch im Geburtshaus verbrachten, waren sehr ruhig und behaglich. Mit Ute und Jana ließen wir das Geschehene noch einmal Revue passieren. Das Lob, das mir Ute für das Geleistete aussprach, bedeutete mir sehr viel. Danke, Ute!

Unsere große Tochter schlief noch, als wir um sieben Uhr morgens wieder im eigenen Bett lagen und auch etwas Schlaf nachholten. Es war, als wären wir nie weg gewesen, als sie dann ihren Kopf durch die Tür steckte. Überglücklich, ihren Bruder begrüßen zu können, legte auch sie sich zu uns.

Im Geburtshaus gebären zu dürfen, war der bestdenkbare Start für uns und unseren Sohn. Für manche klingt es vielleicht verrückt: Da feststeht, dass wir kein drittes Kind bekommen werden, bin ich schon etwas melancholisch, dass ich das überwältigende Ereignis einer Geburt in einer so zugewandten Atmosphäre nicht nochmal erleben darf.

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Nora

Der Infoabend, zu dem mein Mann und ich mit unserer zweijährigen Tochter gekommen waren, überzeugte uns so dermaßen vom Konzept und der Herangehensweise der Hebammen, dass für uns sofort feststand, dass unser zweites Kind auf jeden Fall hier im Geburtshaus geboren werden sollte. Obwohl ich bereits in der 26. SSW war, bekam ich überraschenderweise noch einen Platz auf der Liste für den Monat des errechneten Termins. In den Gesprächen zur Vorsorge durften wir mit Ausnahme weniger, alle Hebammen persönlich kennenlernen, was uns ein zusätzliches Gefühl von Sicherheit vermittelte.

Am Nachmittag des 11. Oktobers funkte ich schließlich über den Cityruf, dass ich regelmäßige Wehen habe. Die zu dem Zeitpunkt sich im Dienst befindende Hebamme Lisa-Marie rief mich sofort zurück, hörte sich an, wie ich eine Wehe am Telefon veratmete und meinte, dass wir uns langsam auf den Weg machen könnten. Nachdem ich die letzten Kleinigkeiten eingepackt, noch ein wenig die Wohnung aufgeräumt und nebenbei Wehen veratmet hatte, brachten wir gegen 20 Uhr unsere Tochter zur Oma und fuhren weiter ins Geburtshaus. Auf dem Weg wurden die Wehen bereits intensiver und ich musste schon anfangen zu vertönen, jedoch war ich noch immer eher entspannt und in keinster Weise panisch. Ich freute mich eher, dass es endlich losging (zwei Tage vor ET) und vor allem freute ich mich, die Geburt an meinem Wunschort erleben zu dürfen.

Im Geburtshaus angekommen, empfing uns Lisa-Marie, die uns auf Nachfrage, nachdem klar war, dass ich zu dem Zeitpunkt die einzige Gebärende im Haus war, in das rote Zimmer brachte. Ich machte es mir so gut es unter den immer heftiger werdenden Wehen möglich war, gemütlich und veratmete vorerst auf dem Bett weiter. Eine halbe Stunde nach unserer Ankunft, also um ca. 21:15 Uhr, war der Muttermund bereits 6 cm geöffnet. In der folgenden Stunde, in der übrigens auch immer wieder die Herztöne des Babys kontrolliert wurden, ging alles sehr schnell und ehe wir uns versahen, wurde die zweite Hebamme Ute hinzugerufen, da es auf die heiße Phase zuging.

Ich bat darum, mir ein Bad einzulassen, da ich mir auch eine Wassergeburt gut hätte vorstellen können. Trotz der bereits stark vorangeschrittenen Geburt wurde mir mein Wunsch nicht verwehrt, wofür ich sehr dankbar bin, auch wenn unser Sohn schließlich doch in der Hocke zwischen Bett und Badewanne auf die Welt kam. Die Übergangswehen waren schmerzhaft, aber mithilfe von guten Tipps und Ratschlägen zur Veratmung auch schnell überstanden.

Um 23:06 Uhr, nicht einmal drei Stunden nach Ankunft im Geburtshaus, durften wir Ibrahim in unseren Armen halten. Ein unvergesslicher und so selbstbestimmter Moment. Keine Geburtsverletzungen, keine traumatischen Erlebnisse mit mir unbekannten Hebammen, kein Schreien nach einer PDA. Es lief Gott sein Dank von Anfang bis Ende alles perfekt, schöner hätten wir es uns nicht vorstellen können.

Nachdem ich mich ein wenig frisch gemacht hatte, die U1 beim Kleinen gemacht worden war und wir noch ein wenig quatschen konnten, fühlte es sich an wie im Traum, als wir ca. eine Stunde nach der Geburt mit einem neuen Erdenbewohner auf der Rückbank nach Hause fahren durften.
Wir sind dem gesamten Geburtshausteam und besonders Lisa-Marie und Ute von Herzen dankbar für so eine wundervolle Erfahrung und können nur jeder Schwangeren empfehlen, dem Geburtshaus als Alternative zum Krankenhaus eine Chance zu geben und einfach mal zum Infoabend vorbeizukommen.  

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Hendrikje

Beide meine Kinder durfte ich im Geburtshaus (GH) in Frankfurt zur Welt bringen.

Als ich mit meinem ersten Sohn schwanger war, sollte ich zu Beginn und im Grunde bis kurz vor Ende der Schwangerschaft noch nicht wissen, dass ich außerhalb eines Krankenhauses entbinden würde. Für mich stand immer fest, dass ich meine Kinder in einem Krankenhaus bekommen wollte. Wo man all die Ärzte und das Equipment zur Verfügung hat, was man im Fall eines Notfalls braucht. 

Doch dann las ich die "falsche" Literatur und ziemlich bald wurde mir klar, dass ich mich in einem Geburtshaus viel besser aufgehoben fühlen würde. Zumal meine Schwangerschaft ohne Komplikationen verlief. So bekam ich vollkommen unerwartet  (!!) auch noch 2 Wochen vor meinem ET einen Platz im Geburtshaus.

Bei einer ersten Geburt hat man keine Ahnung, was einen erwartet und ist sehr aufgeregt, wenn es dann los geht. Da tat es gut, dass ich von einer Hebamme empfangen wurde, die sehr freundlich und motivierend war. Aber auch als ich einen Punkt erreichte, an dem ich doch Schmerzmittel haben wollte (hyperfrequente Wehen- keine halbe Minute Pause bis zur nächsten Wehe), wurden mir von der Hebamme zwei Mittel verabreicht, die die Spitze des Schmerzes nahmen. Daraufhin schöpfte ich Kraft für den Endspurt den dann eine andere Hebamme übernahm. Diese Hebamme schien in diversen Techniken sehr bewandert und coachte mich sozusagen durch den letzten Teil der Geburt, was ich auch brauchte, da ich zum Schluss hin etwas überfordert war und immer noch nicht wusste was mich nun wann erwartet (auch wenn man noch so viel Literatur dazu gelesen hat...). 12 Stunden später kam dann mein wundervoller Sohn auf die Welt. Und fünf Stunden später ging es wieder nach Hause. Zurück blieb ein tiefes Gefühl der Liebe und Dankbarkeit gegenüber Gott und diesem Geburtsort und den Hebammen, die mich begleitet hatten. Es war äußerst anstrengend aber ich fühlte mich zu jedem Zeitpunkt geborgen und gut aufgehoben und versorgt.

Als ich zum zweiten Mal schwanger wurde, hatte ich auch von Anfang an den Wunsch im GH zu entbinden. Da die Schwangerschaft ohne Komplikationen verlief, konnte ich auch meinen zweiten wunderbaren Sohn im Geburtshaus entbinden. Dieses Mal in nur vier Stunden und mit nur einer Hebamme, die uns auch mit ein paar Techniken und Schmerzmitteln (wieder hyperfrequente Wehen) half, die Geburt gut zu überstehen. Besonders erfreut hatte mich, dass ich dieses Mal meine Geburt mit zahlreichen Gebeten begleiten durfte, was mir die Geburt auch deutlich erleichterte.

Bei beiden Geburten hatte ich außerdem keine Geburtsverletzungen.

Dieses Mal lies sich dafür die Geburt der Plazenta ziemlich lange Zeit. Aber diese Zeit wurde ihr gegeben, wofür ich dankbar bin. Als ich dieses Mal nach der Geburt im Bett lag, überkam mich wieder ein großes Gefühl der Dankbarkeit beide meine Kinder an einem solchen Ort auf die Welt gebracht zu haben. Ein gemütlicher Ort, an dem man in Würde und mit der Zeit die man braucht, sein Kind gebären darf.

Eine Geburt ist mit Sicherheit ein Grenzgang und hätte man mir an bestimmten Grenzen, die ich erreicht hatte, zu bestimmten Dingen geraten, so hätte ich vermutlich eingewilligt und wäre um die Erfahrung zwei wunderbarer natürlicher Geburten beraubt worden.

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Jen

Seitdem ich vor einigen Jahren durch eine Freundin von Geburtshäusern allgemein erfahren hatte, stand für mich fest: sollte ich jemals ein Kind bekommen, möchte ich es in einem Geburtshaus zur Welt bringen. Denn eine Geburt ist keine Krankheit und hat daher auch nichts im Krankenhaus zu suchen, sofern keine Anomalie vorliegt. Mit Beginn meiner Schwangerschaft erwachte dieser Wunsch wieder und ich drückte ihn meiner Frauenärztin gegenüber aus, die mir – als Erstgebärende – stark davon abriet - „es könnte ja so viel passieren“. Leider ließ ich mich davon beeinflussen und begrub vorerst meinen Wunsch. Zu unserem großen Glück hat mich dann einige Wochen später meine Nachsorgehebamme dazu ermutigt, mich dennoch im Geburtshaus anzumelden. Der Zwiespalt aus Angst und Urvertrauen ließ mich gedanklich noch eine Weile zwischen Klinik und Geburtshaus hadern, doch nach vielen Gesprächen mit Menschen, die mir wichtig sind, konnte ich mich guten Gewissens wieder für meine intuitiv erste Wahl – das Geburtshaus – entscheiden. Die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen im Geburtshaus Frankfurt haben hierbei eine wichtige Rolle gespielt, denn von der kompetenten, herzlichen und einfühlsamen Art der Hebammen fühlte ich mich gänzlich „abgeholt“. Es ist einfach wunderbar, wie sie fast ohne technologische Geräte eine genauso gute – gefühlt sogar bessere, weil ursprünglichere – Untersuchung und Umsorgung durchführen können, als die Schulmediziner.

Bei einer Vorsorge brachte die Hebamme meinen subjektiv empfundenen Unterschied zwischen Arztpraxis und Geburtshaus auf den Punkt: „Schulmediziner gehen vom schlimmsten Fall aus, Hebammen vom besten Fall.“ Und auch ich wollte vom besten Fall ausgehen und daran glauben, dass meine Schwangerschaft gut und natürlich verläuft und so auch die Geburt. Auch der Vater meines Sohnes kam fast immer zu den Vorsorgen im Geburtshaus mit und obwohl er selbst der Sohn einer konservativen Gynäkologin und weniger „alternativ“ eingestellt ist, war er begeistert von der Haltung und Art der Hebammen im Geburtshaus.

Nachdem es aufgrund meines anfänglichen Haderns und so verzögerter Anmeldung im Geburtshaus gen Ende meiner Schwangerschaft noch spannend wurde, ob wir von der Warteliste in die „aktive Liste“ aufrutschen würden, bekamen wir drei Wochen vor Geburtstermin das ersehnte OK zur Aufnahme. Ich bereitete mich zudem emotional intensiv auf die Geburt vor und las u.a. das Buch „Die selbstbestimmte Geburt“, welches mich noch mehr in meinem instinktivem Vertrauen in meine „Mütterkräfte“ bestätigte. Ich wusste einfach, wir Frauen sind zum Kindergebären gemacht und ich freute mich darauf, meinen Sohn nun in einem Umfeld und mit Menschen gebären zu dürfen, die genauso an die natürliche Geburt glauben und ihr nicht mit (voreiligen) medizinischen Eingriffen in die Quere kommen. Zu wissen, dass ich die Geburt unseres Sohnes so erleben und durchführen darf, wie ich möchte, gab mir eine wunderbare innere Gelassenheit. So verbrachte ich die Eröffnungsphase der Geburt zuhause in „konzentrierter Einkehr“ und überließ mich schlichtweg dem Lauf der Dinge. Im Geburtshaus angekommen war der Muttermund nach sechs Stunden Eröffnungsphase komplett geöffnet und das Pressen begann. Im Gegensatz zu meinen Vorstellungen, haben die Hebammen mir gesagt welche Positionen ich einnehmen soll, damit sich der Kopf senkt und austritt. Aufgrund der angenehmen Umgangsweise und meines Vertrauens in die Kompetenz fühlte sich dies jedoch genau richtig an und ich tat, wie mir geheißen. Die Austreibungsphase dauerte unerwartete 3,5 Stunden, da mein Sohn als Sternengucker auf die Welt kommen wollte und stolze 4460 Gramm wog. In manch einer Klinik wäre schon einer dieser Zwei Aspekte Grund für einen Kaiserschnitt gewesen. Doch während jeder Wehe bestätigten und motivierten mich die Hebammen auf eine wunderbare Weise, was mir – trotz Erschöpfung und dem Gefühl, dass die Geburt nicht vorwärts geht – jedes Mal neue Kraft und neuen Mut gab, weiterzumachen. Auch die Nachbetreuung der Geburt war herzlich und einfühlsam. Alles gehörte so, wie es war. Wir fühlten uns in den besten Händen, denen wir gänzlich vertrauten und so kam ein gesunder, entspannter, gut gelaunter Junge auf die Welt. Mir wird die Geburt immer als ein intensives und schönes Erlebnis in Erinnerung bleiben, für das ich sehr dankbar bin. Und mein Freund bringt seine Zufriedenheit so auf den Punkt: „Unser nächstes Kind kommt bitte auch im Geburtshaus zur Welt.“

nbsp]

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Maria

Es war nicht so sehr die kurze und unkomplizierte Geburt - das kommt beim dritten Kind ja häufiger vor - es waren vielmehr die ruhige, häusliche Atmosphäre während der Geburt, gepaart mit dem sicheren Gefühl von erfahrenen, professionellen Händen begleitet zu sein, die mir die Geburt hier im Geburtshaus so leicht gemacht haben.
Meine Hebamme kannte mich bereits durch die Anamnese und Vorsorgen und wusste mich - sicher auch dank ihrer Erfahrung - während der Geburt bei jedem Schritt zu unterstützen, mal durch stille Anwesenheit, mal durch ermunternde, mal durch anleitende Worte.
Unser Sohn wurde später von allen anwesenden Hebammen so warm und herzlich empfangen, dass spürbar war: Geburt wird hier als ein ganz besonderes und individuelles Ereignis begleitet und gelebt.

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Thorsten

Die Geburt unseres Sohnes im Geburtshaus war eine sehr schöne Erfahrung. Die Geburt fühlte sich wie eine Geburt im heimischen Wohnzimmer an. Unsere Hebamme hat meine Frau mit großer Ruhe, Erfahrung und Empathie begleitet und wir hatten direkt nach der Geburt fast eine ganze Stunde allein zusammen, um uns zum ersten Mal körperlich zu spüren. Schon kurz nach der Geburt konnten uns dann unsere beiden älteren Mädels und die Großeltern abholen, was für die gesamte Familie wirklich toll war.

 

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Larissa

Ich war sieben Tage über meinem errechneten Termin und nach dem letzten Kontrolltermin beim Frauenarzt bekam ich auf dem Weg nach Hause scheinbar Wehen. Ich war mir ehrlich nicht sicher, da ich bisher noch keine Wehen vorher hatte und jetzt kamen sie direkt alle drei Minuten. Um 15.00 Uhr rief mein Freund den Pieper an und Ute riet uns nochmal in der Wanne zu entspannen. Nach 90 Minuten fuhren wir ins Geburtshaus. Dort angekommen warteten Ute und Nora bereits auf uns, Da es schon spät war, waren wir alleine dort. Ich hatte schon sehr heftige Wehen, jedoch war mein Muttermund erst 2 cm geöffnet. Es war 19 Uhr und ich dachte, das schaffe ich niemals. Ute, Nora und mein Freund standen mir weiter zur Seite. Ich sollte mich bewegen, es mir bequem im Bett machen, zwischendrin überprüfte Nora immer wieder die Herztöne. Einmal waren die Herztöne etwas schwach, dann sollte ich die Position wechseln und "schwupp" war alles wieder palletti. Die Hebammen wussten genau, was zu machen war – das gab mir Sicherheit und Zuversicht. Ich war völlig hemmungslos und lief in Unterhose durch das ganze Geburtshaus. Mein Freund war mein Fels in der Brandung und war bei jeder Wehe meine Auflage. Langsam zitterten auch ihm die Beine aber wir waren dank dem Geburtsvorbereitungskurs ein eingespieltes Team. Atmung, Bewegung und Abstützen klappten prima zusammen. Dann gab es ab 22 Uhr einen Schichtwechsel -  und einen Teamwechsel. Ich war etwas in Panik, da ich bisher niemanden aus dem anderen Team kannte. Chiara kam für Ute und Nora blieb noch tapfer bei uns. Nora massierte mir sehr wohltuend das Kreuzbein und überprüfte weiterhin die Herztöne. Zwischen den immer kürzer werdenden Pausen flößte mein Freund mir so viel Wasser wie möglich ein, Appetit hatte ich jedoch keinen. Ab 23 Uhr durfte ich mal die Wanne ausprobieren. Vor meiner Schwangerschaft hätte ich mir die Wanne gar nicht vorstellen können, sobald ich drin war, wollte ich nicht wieder raus. Das schwimmende Stillkissen war im wahrsten Sinne des Wortes mein Rettungsring. Während den Wehen saß ich im Vierfüßler in der Wanne, in den Pausen jedoch sank ich völlig erschöpft in das Stillkissen zurück. Ich schaffte es sogar vor mich hin zu dösen. Ich hatte zwischendrin mal das Gefühl, das alles nicht zu schaffen aber mein Freund motivierte mich und rief mir ins Gedächtnis, dass ich auf jede Pause zwischen den Wehen hin arbeiten sollte und das half. Gegen 24 Uhr dann war mein Muttermund schon 8 cm offen. Hey, das gab mir so richtig Aufschwung, jetzt kann es nichtmehr lange dauern. Mein Freund saß die ganze Zeit an meiner Seite am Wannenrand und opferte seine Hände und Arme meinen Wehenschüben. Langsam gingen die Wehen in Presswehen über. Meine Mutter meinte noch, dass das die besten Wehen seien und ich musste feststellen, dass sie Recht hatte. Jetzt konnte ich was tun, aktiv mithelfen und das motivierte unendlich. Ich kam unserem Kind immer näher. Ab 2 Uhr sollte ich die Wanne wieder verlassen und mich mal wieder bewegen, so ging es weiter voran. Dann konnte ich mich auf dem Bett wieder entspannen. In Seitenlage war langsam zu spüren, dass unser Kleiner in den Geburtskanal kam. Jetzt sehnte ich jede Wehe herbei, um etwas tun zu können, ich konnte mein Bein auf Chiaras Schulter ablegen und gegen sie drücken. Dann, gegen 2.45 Uhr wollte ich wieder die Position wechseln. Ich kniete mich hin und hängte meinen Oberkörper in die Schlaufe, die über dem Bett hing. Mein Freund setzte sich vor mich und ich konnte mich in seine Hose krallen und die letzten Presswehen so verarbeiten. Er war einfach immer da, wo ich ihn gerade brauchte. Ich fühlte mich wie unter Drogen gesetzt, das unbändige Gefühl der Erschöpfung, die Ungeduld endlich mein Kind in den Armen halten zu wollen. Ich stierte meinen Freund an und sein Blick gab mir so viel Kraft. Endlich, endlich platzte auch die Fruchtblase, jetzt geht es bestimmt schnell. Das Köpfchen unseres kleinen Jungen steckte im Geburtskanal und zwischen den Wehen merkte ich den Dehnungsschmerz – ich wollte unbedingt weiter pressen. Dann, es ist nicht zu fassen, um 3.58 Uhr flutschte der Kopf raus und ganz leicht der Rest, einfach so. Unser kleiner, perfekter Sohn lag zwischen meinen Beinen gab einen Willkommensschrei von sich und schaute uns ganz selbstverständlich an. Mir blieb die Luft weg und ich war so überwältigt, mein Freund und ich konnten den Blick nicht von ihm lassen. Ich hatte so Angst ihn anzufassen, er war ganz flutschig vom Fruchtwasser und so klein und zart, ich wollte nichts kaputt machen. Nachdem alle etwas frisch gemacht wurden, lagen wir zu dritt auf dem Bett und bestaunten uns. Nachdem die Nabelschnur ausgepocht war, erfolgt eine Runde Körperkontakt mit dem frischen Papa auf dem Sessel während ich versorgt wurde. Ich konnte nur schauen und begriff kaum. Es folgte die U1, in der unser Sohn gewogen, gemessen und untersucht wurde. Er war perfekt! Nach drei Stunden bestaunen und liebkosen konnten wir uns auf den Heimweg machen. Chiara gab uns noch Unterlagen mit und Tipps für die kommenden Stunden. Dann, der Tag war angebrochen, fuhren wir um 7 Uhr in ein neues Leben!

Ich bin so überwältigt von diesem Erlebnis, ich wurde so toll behandelt und war mit zwei Hebammen sehr luxuriös versorgt. Chiara war genau die richtige Hebamme für uns. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt Angst vor Komplikationen und fühlte mich komplett und zu 100% versorgt. Ich erlebte die Geburt so intensiv und trotz 13 Stunden Wehen zweifelte ich nie daran, dass  alles gut gehen kann.

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Laura

Am Nachmittag des 24.Juni waren die Renovierungsarbeiten an unserem Haus, in das wir in der Schwangerschaft noch eingezogen waren, soweit abgeschlossen. Mir fiel ein großer Stein vom Herzen. Mein Körper hat daraufhin bereits einige Stunden später mit Wehen reagiert. Ich habe beschlossen, trotzdem noch ein wenig zu ruhen und mich abends neben meinen schon schlafenden Mann ins Bett gelegt. Eine leichte Zeichnungsblutung hat mir schon verraten, dass unser Ben bald zur Welt kommt. Von Wehe zu Wehe konnte ich noch ein wenig dösen. Als die Wehen noch intensiver wurden, pendelte ich von Badewanne zu Sofa und veratmete die Wehen in verschiedenen Positionen. Meinen Mann ließ ich noch schlafen. Ich mochte ihn später schließlich als fitten Begleiter wissen. Gegen 6:30 haben wir die Funknummer des Geburthauses gewählt. Die Hebamme rief schnell zurück und erkundigte sich nach meinem Befinden und hörte mich eine Wehe veratmen. Sie erklärt dass die sogenannte Latenzphase beim 1.Kind sehr anstrengend sei und sich in die Länge ziehen kann.. wir hielten es schließlich doch noch zuhause aus. Immer wieder fluchte ich, ich könne nicht mehr. Mein Mann motivierte mich dann sehr und war einfach an meiner Seite. Berührungen von ihm konnte ich allerdings nur in der Wehenpause ertragen.
Gegen 10:30 dann kontaktierten wir das zweite Mal das Geburthaus - nun mit den Worten: "Wir kommen jetzt. Ich kann nicht mehr. "
Um 11:30 Haben wir Lisa im Geburtshaus getroffen. Es wurde ein Aufnahme-CTG geschrieben. Auf der 30-minütigen Autofahrt hatte ich jede Minute Wehen. Das ging nicht ganz spurlos an unserem Zwerg vorbei. Die Herztöne würden länger kontrolliert und schnell war unser Ben wieder ganz entspannt. Der Muttermund war zu diesem Zeitpunkt einen Zentimeter offen. Das war für mich sehr deprimierend, hatte ich doch nun echt schon lang genug Wehen. Ich wechselte wieder vom Bett, zur Toilette, zur Wanne. Hebamme Lisa war immer präsent, wenn ich sie brauchte. Ich habe die Wehen mit mir selbst ausgemacht. Mein Mann machte Logikrätsel. Er versorgte mich blendend mit Wasser und kleinen Snacks, auf die ich mal Lust hatte und mal nicht. Ab und zu bin ich zwischen den Wehenpausen auch einfach eingeschlafen. Während der Wehe aber konnte ich nicht liegen. Ich verspürte den Schmerz nur vorn am Schambein.
Gegen 15 Uhr untersuchte Lisa wieder den Muttermund: 1,5 cm. "Wie ätzend... so kommen wir nicht weiter", dachte ich und dachte laut über eine PDA und die Verlegung in ein Krankenhaus nach. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, wird das ja heute nichts mehr. Ich war niedergeschlagen. Doch dann kam wenige Minuten später mit einem Blasensprung der Wendepunkt. Der Muttermund war 8 cm offen und nach ein paar intensiven Wehen vollständig und der Kleine Mann wurde mit Karacho geboren. Die eigentliche zweite Hebamme Marion hatte es nicht mehr zur Geburt geschafft. An ihrer Stelle kam Hebamme Steffi aus dem Geburtsvorbereitungskurs nebenan hergespurtet! Meinen Mann habe ich ganz schön ins Ohr geschrien. Welche Naturgewalt!! Um 15:55 flossen Freudentränen, denn unser Sohn war plötzlich da und lag gesund und munter in meinem Arm. Wie schön!! Schon jetzt wusste ich, dass wir eine gute Geburt hatten und es trotz allen Zweifeln nun doch machbar war. Nun war viel Zeit zum Kuscheln und Anlegen. Der Kleine Wurm wusste erstaunlicherweise sofort, was zu tun ist! Ich hatte tierischen Hunger und freute mich riesig auf Schoki und rote Wurst! Auf diese hatte ich in der Schwangerschaft verzichtet und sehr vermisst.
Die Plazenta ließ 2 Stunden auf sich warten. Dank Unterstützung von Hebamme Lisa und Hebamme Marion durch Akupunktur und Entleeren meiner Harnblase mittels eines kleinen Katheters, hat es schließlich geklappt. Nach der Geburt der vollständigen Plazenta durfte ich erstmal duschen gehen und der frischgebackene Papa konnte unser kleines Wunder mit Lisas Unterstützung ganz in Ruhe anziehen.

Ich war, wie ich fand, erstaunlich fit. Eine kleine Naht musste gemacht werden, aber auch diese Hürde konnten wir flott und problemlos hinter uns bringen.

Vier Stunden nach Geburt ging es nach Hause. Auf dem Weg sind wir bei der Pizzeria vorbeigefahren. Kind kriegen macht sehr hungrig!
Wir haben uns im Geburtshaus Frankfurt zu jeder Zeit sehr gut aufgehoben gefühlt. Lisa war eine tolle Unterstützung. Eine außerklinische Geburt war für uns genau das Richtige. Alles verlief ganz in Ruhe ab. Wir sind sehr dankbar für dieses gute Geburtserlebnis und kommen vielleicht bei Nummer zwei wieder. Vielleicht darf unser zweites Kind aber auch Zuhause kommen. Türen haben wir ja schließlich seit dem 24. Juni.

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